Peterstor-Museum - Biosphärengebiet-Infozentrum - Museumsladen
Liebe Mitglieder und Freunde!
Mit zahlreichen Gästen wurde am Samstag, 25. Juli, die neue Sonderausstellung im Peterstor-Museum feierlich eröffnet!
„Vom Planen und Bauen im Barock – die ‚Schneider-Mappe‘ aus Zwiefalten“
Einblicke in einen familiären Baubetrieb des 18. Jahrhunderts
mit Bauzeichnungen und Architekturstichen.
Hier der Bericht dazu - mit einer Bilderreihe von Wolf Lehner!
Bürgermeisterin Alexandra Hepp begrüßte unter anderem Peter Schneider, Präsident a. D. des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, Bürgermeisterin Ulrike Holzbrecher aus Hayingen, Bürgermeister Bernhard Ritzler, Ortsvorsteher Roland Hess aus Ehingen-Kirchen, Elisabeth Markwardt von der LEADER-Aktionsgruppe Mittlere Alb, Architekt Gerhard Keppler, Professor Winfried Aßfalg aus Riedlingen, sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger und Mitglieder des Geschichtsvereins.
In ihrer Begrüßung betonte Alexandra Hepp, dass der Geschichtsverein durch die LEADER-Förderung gemeinsam moderne und flexibel nutzbare Ausstellungsräume im Peterstor schaffen konnte. Ziel der Gemeinde sei es, das Peterstor-Museum als lebendigen Ort der Geschichte, der Begegnung und der Kultur weiterzuentwickeln. Die aktuelle Ausstellung sei dafür ein gelungenes Beispiel! Mit dem Zwiefalter Münster verfüge die Gemeinde über eines der bedeutendsten Barockbauwerke Süddeutschlands und zugleich über ihr bekanntestes Wahrzeichen. Jahr für Jahr besuchen mehr als 300.000 Menschen das Münster, dessen Architektur und künstlerische Gestaltung das Ortsbild bis heute prägen.
Hinter einem solchen Bauwerk stünden jedoch Menschen, deren Leistungen oft im Verborgenen blieben – Architekten, Baumeister, Handwerker und Planer. Genau diesen widmet sich die Ausstellung. Anhand historischer Bauzeichnungen und Architekturstiche vermittelt die sogenannte „Schneidermappe“ faszinierende Einblicke in die Arbeitsweise eines familiären Baubetriebs des 18. Jahrhunderts.
Ein besonderer Dank galt dem Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Bürgermeister a. D. Hubertus-Jörg Riedlinger, der sich gemeinsam mit dem Verein seit vielen Jahren dafür einsetzt, die Geschichte Zwiefaltens lebendig zu halten und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ihr ausdrücklicher Dank richtete sich außerdem an Reinhold Halder, der die Ausstellung mit großem Fachwissen, viel Leidenschaft und einem feinen Gespür für historische Zusammenhänge konzipiert hat. Ebenso würdigte sie das Engagement von Vero Bobke, die die Ausstellungstafeln gestaltet und die Umsetzung der Ausstellung maßgeblich unterstützt hat. Solche Projekte, so Hepp, seien nur durch das engagierte Zusammenwirken vieler Beteiligter möglich.
Hubertus-Jörg Riedlinger hob hervor, dass die Ausstellung im modernisierten Peterstor-Museum dazu beitragen solle, die reiche Geschichte des ehemaligen Klosters noch stärker im Bewusstsein der Bürgerschaft zu verankern. Sie sei ein weiterer Baustein zur Aufwertung der historischen Ortsmitte – neben Projekten wie dem Geschichtsbrunnen oder den Konzerten in der Prälatur. Mit Dankbarkeit erinnerte er daran, dass vor mehr als 20 Jahren gemeinsam mit Architekt Gerhard Keppler die Neugestaltung der historischen Ortsmitte angestoßen wurde, der den Verein nun auch bei der Modernsierung des Museums maßgeblich unterstützte. Die neue Ausstellung knüpfe an dieses Ziel an, Geschichte sichtbar und erlebbar zu machen.
Ausstellungskurator Reinhold Halder unterstrich in seinem Grußwort die besondere Bedeutung der Plansammlung der Zwiefalter Klosterbaumeister und Brüder Joseph Benedikt Schneider und Hans Martin Schneider. Die erhaltenen Bauzeichnungen seien ein seltenes und wertvolles Zeugnis süddeutscher Barockarchitektur. Die Auseinandersetzung mit diesem baukulturellen Erbe stärke zugleich die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat Zwiefalten, Hayingen, Pfronstetten und Umgebung.
Vero Bobke schloss sich dieser Einschätzung an. Es bereite ihr große Freude, die von den Baumeistern Schneider errichteten Gebäude in der Region auf den Tafeln darzustellen und persönlich aufzusuchen. Sie lud die Besucherinnen und Besucher ein, sich ebenfalls auf Entdeckungsreise zu begeben und die Bauwerke der Familie Schneider vor Ort kennenzulernen, wie zum Beispiel die Hayinger Stadtpfarrkirche.
Zum Abschluss wünschten die Verantwortlichen der Ausstellung zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher, viele anregende Gespräche und spannende Einblicke in die Baukunst des Barock.
Bilder: Wolf Lehner
Was verbirgt sich
hinter der sogenannten
"Schneidermappe" ?
Die Plansammlung der Zwiefalter Klosterbaumeister und Brüder Joseph Benedikt Schneider (1689–1763) und Hans Martin Schneider (1692–1768) ist ein seltenes Zeugnis süddeutscher Barockarchitektur.
Sie wurde im 19. Jahrhundert von Eduard Paulus, dem damaligen Leiter des Landeskonservatoriums in Stuttgart, erworben und erstmals 1888 wissenschaftlich erwähnt.
Sie umfasst 187 Blätter mit überwiegend lavierten Federzeichnungen und Architekturstichen, darunter sechs originale Baurisse des Zwiefalter Münsters. Nur ein kleiner Teil dieser wertvollen Pläne wurde bislang in Ausstellungen oder Publikationen präsentiert.
Nachdem Reinhold Halder die Sammlung bereits 1987 im Auftrag des damaligen Landesdenkmalamts Baden-Württemberg geordnet und inventarisiert hatte, wurde sie vor wenigen Jahren vollständig digital erschlossen. Heute sind sämtliche Pläne mit Beschreibungen und weiterführenden Informationen recherchierbar. Als ältester Bestand innerhalb der mehr als 20.000 Pläne umfassenden Sammlung des Landesamts für Denkmalpflege eröffnet die Schneidermappe Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen einzigartige Einblicke in die Arbeitsweise eines familiären Baubetriebs des 18. Jahrhunderts.
Auch während der Ausstellung besteht die Möglichkeit, im Filraum im 2.Stock die gesamte Schneidermappe
digital zu erkunden:
https://www.denkmalpflege-bw.de/service/bild-und-planarchive/planarchive/schneidermappe
Da die meisten Zeichnungen weder signiert noch datiert sind, lässt sich ihre Urheberschaft häufig nicht eindeutig bestimmen. Zudem stammen einige Pläne aus anderen Regionen und wurden vermutlich erst später der Sammlung hinzugefügt.
Für die Ausstellung in Zwiefalten – ihrem Entstehungsort – lag es daher nahe, den Schwerpunkt auf die Baumeisterfamilie Schneider und ihr Wirken in Zwiefalten und der näheren Umgebung zu legen.
Die Schneidermappe ist eine außergewöhnliche Quelle zur Bau-, Kunst- und Kulturgeschichte des süddeutschen Barock. Sie eröffnet Perspektiven, die schriftliche Quellen wie Bauberichte, Reisebeschreibungen oder Rechnungsbücher allein nicht vermitteln können.
Die Ausstellung gliedert sich in sechs Themenbereiche. Nach einer Einführung in die Geschichte des Klosters und der Gemeinde Zwiefalten sowie einer Vorstellung der Plansammlung stehen insbesondere folgende Themen im Mittelpunkt:
Bis heute erinnern zahlreiche Bauwerke in der Region an das Schaffen der Baumeister Schneider; andernorts lebt ihr Wirken in der Ortsgeschichte fort.
In der Schneidermappe finden sich z.B. Pläne zum Bau der heutigen Pfarrkirche in Daugendorf und zum Bau von Pfarrkirche und Pfarrhaus in Zell. Eine Übersicht von Orten mit Bezug zur Schneidermappe ergänzt die Ausstellung.
Zum Ausstellungsgestalter:
Reinhold Halder, aufgewachsen in Emeringen und heute in Dettenhausen wohnhaft, ist Kunsthistoriker und seit 1984 aktives Mitglied des Geschichtsvereins Zwiefalten. Während seiner beruflichen Tätigkeit hatte er Funktionen beim Land Baden-Württemberg und im kommunalen Bereich inne.
Bereits anlässlich der Feierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen des Klosters Zwiefalten brachte er sich mit wissenschaftlichen Beiträgen ein.
In der Festschrift „900 Jahre Benediktinerabtei Zwiefalten“ veröffentlichte er die umfangreiche Studie „Zur Bau- und Kunstgeschichte des alten Zwiefalter Münsters und Klosters“. In diesem Zusammenhang wurde auch das Modell der früheren romanischen Klosterkirche rekonstruiert, das in die jetzige Ausstellung integriert worden ist.
Darüber hinaus konzipierte er die zweisprachige deutsch-tschechische Ausstellung „Die Klöster Zwiefalten und Kladrau – Eine Spurensuche nach dem gemeinsamen christlich-benediktinischen Erbe im wiedervereinten Europa“, die 2014 entstand. Sie wurde seither an mehreren Orten in der Oberpfalz und in Böhmen, unter anderem in Pilsen, mit großem Erfolg gezeigt.
Wir freuen uns auf viele Besucher und auf gemeinsame Entdeckungen bei der Erkundung dieses bedeutende Zeugnis unserer regionalen Kultur- und Baugeschichte zu entdecken.
Öffnungszeiten
April bis Oktober: Freitag & Samstag von 13 bis 17 Uhr, Sonntag 11 - 17 Uhr oder für Gruppen nach Vereinbarung.
PRESSEMITTEILUNG
18. Dezember 2024
Modernisierung
Peterstor-Museum
LEADER Mittlere Alb gibt Zuschüsse für die Überholung der Räume sowie die Erweiterung der Ausstellungsoptionen im Museum in Zwiefalten
In der Bildmitte präsentieren der Projektverantwortliche Hubertus-Jörg Riedlinger
und Bürgermeisterin Alexandra Hepp die LEADER-Plakette, umringt werden sie von
Vereinsmitgliedern und Projektunterstützern
Foto: LEADER Mittlere Alb
Das Peterstor in Zwiefalten, erbaut im Jahr 1681, ist das älteste und einzige erhaltene Torgebäude aus der Barockzeit. In den Jahren 1991/92 wurde es zum Zweck der Einrichtung eines Heimatmuseums umgebaut und der Vereinigung von Freunden der Geschichte Zwiefaltens, seines Münsters und Klosters e.V. (kurz Geschichtsverein) zur Nutzung übergeben. Beherbergt hat das Peterstor-Museum schon viele verschiedene Ausstellungen, z. B. zur Geschichte des Zwiefalter Klosters und des Ortes, zu 500 Jahre Brautradition in Zwiefalten oder Werke von Künstlern aus Zwiefalten und Umgebung. Allerdings sind die Museumsausstattung, das Mobiliar und die vorhandene Technik in die Jahre gekommen, sodass der Geschichtsverein Anfang 2024 bei LEADER Mittlere Alb Fördergelder für eine Modernisierung beantragte.
„Unser Ziel ist, das Museum für Besucher einladender zu gestalten und energetisch besser aufzustellen“, berichtet Hubertus-Jörg Riedlinger, erster Vorsitzender des Geschichtsvereins. In den vergangenen Monaten wurden schon einige Maßnahmen umgesetzt, die restlichen erfolgen bis Anfang 2025. Riedlinger hatte Mitte Dezember 2024 einige Gäste eingeladen, um gemeinsam die LEADER-Plakette von Regionalmanagerin Elisabeth Markwardt entgegenzunehmen. Darunter waren Bürgermeisterin Alexandra Hepp, Mitglieder des Geschichtsvereins aus Vorstand und dem Team, Architekt Gerhard Keppler, beteiligte Handwerksbetriebe sowie Betreuerinnen aus dem Museumsladen.
Beim Termin erfolgte ein kurzer Rundgang, bei dem Riedlinger den aktuellen Stand der Dinge des Modernisierungsprojekts präsentierte. Zu den Maßnahmen gehört beispielsweise die Verbesserung der Innenbeleuchtung durch Umstellung auf LED-Leuchtmittel. Das reduziert den Energieverbrauch und sorgt für eine optimalere Ausleuchtung der Exponate. In diesem Sinne werden auch die vorhandenen Vitrinen mit herausnehmbaren Kaschierungen ertüchtigt, um die Exponate stärker in den Fokus zu rücken. Zur Erweiterung der Ausstellungsoptionen werden freistehende, beidseitig nutzbare Stellwände, weitere Stelen und Sockel sowie Monitore zur Präsentation von Videoclips angeschafft. Für eine bestmögliche Orientierung im Museum wird ein Leitsystem installiert, im Außenbereich soll es eine Tafel mit Infos zum Museum geben. Sind alle Maßnahmen abgeschlossen, wird der Geschichtsverein Ausstellungsthemen für 2025 und Folgejahre festlegen und die Räumlichkeiten entsprechend herrichten.
„Unser Verein führt und organisiert das Museum ehrenamtlich. Ohne finanzielle Zuschüsse wie von LEADER könnten wir solche Projekte nicht gescheit umsetzen. Doch die Unterstützung bedeutet für uns mehr als nur Geld, es geht auch um die Bestärkung unserer Vereinsaktivitäten. Es motiviert uns, weiterzumachen und das Museum auch zukünftig zu betreuen“, sagt Riedlinger.
Informationen zum Museum:
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten durch das Amt Vermögen und Bau in Tübingen erstrahlt das barocke Peterstorgebäude in neuem Glanz. Wir danken dem Land Baden Württemberg für die Bereitstellung der Mittel sehr herzlich !
Im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann konnten wir das neu renovierte Gebäude am 15.September 2015 feierlich mit der Ausstellung "900 Jahre Klöster Zwiefalten und Kladrau/Kladruby in Böhmen" wieder eröffnen.
Peterstor vor dem Zwiefalter Münster mit Museum und Museumsladen
Zur Dauerausstellung im Peterstormuseum:
Im April 2017 wurde die Biosphärengebiet - Infostelle zum Thema „Konfessionen im Biosphärengebiet Katholisch - Evangelisch – Jüdisch“eröffnet.
Die interaktive Ausstellung bietet mit einem Touchscreen und Tafeln mit Audiohörern dem Besucher auch in kind- und schülergerechter Sprache Informationen zu den Themen
- Konfessionalisierung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb,
- Zwiefalter Klostergeschichte,
- Baugeschichte von Kloster und Münster,
- Zur Beziehung von Hildegard von Bingen zu Zwiefalten u.a.m.
Beleuchtet wird auch die Geschichte der
Jüdischen Landgemeinde Buttenhausen im Lautertal.
In Wechselausstellungen werden verschiedene Themen zur Volksfrömmigkeits dargestellt.
Aber auch Ausstellungen einheimischer Kunstschaffender haben im Peterstormuseum ihren Platz.
Wir
freuen uns
auf Ihren Besuch!
Unser Museumsladen bietet Ihnen:
Andenken an den Klosterort Zwiefalten
CDs mit geistlicher Musik, insbesondere Werke des Klosterkomponisten Pater Ernest Weinrauch
Literatur zum Kloster Zwiefalten und der Zwiefalter Alb
Erzeugnisse der Werkstätten des Zentrums für Psychiatrie
Verkauf von kunstgewerblichen Gegenständen mit religiösem Charakter
Ansichtskarten von Zwiefalten und Umgebung
Impressionen von einer Vernissage - 4.August 2018
„Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ (Pablo Picasso)
Wir laden herzlich ein
zu unseren Wechselausstellungen im Peterstor !
Unser Museum in der Presse:
Rückblick:
Ausstellung im Peterstor-Museum
Religiöse Alltagskunst - Traditionelle und moderne Exponate der Volksfrömmigkeit mit Berthold Müller
Zur Ausstellung 2019:
Volksfrömmigkeit will vornehmlich die Herzen der Menschen berühren und drückt deren religiöse Bindung im alltäglichen Leben aus. Religiöse Abbilder sind nicht nur in Kirchen und Kapellen zu finden, sondern fanden in der Vergangenheit auch Eingang in Privathäuser und Wohnungen. Dort ging es weniger um künstlerisch wertvolle Darstellungen als um erschwingliche, aber den Glauben unterstützende religiöse Devotionalien. Auch religiöse Kunst ist einem Kulturwandel unterworfen, weshalb uns Darstellungen aus früheren Epochen kaum ansprechen und als süßlich und kitschig abgelehnt werden. Dieselben religiösen Objekte könnten, in einen neuen und zeitgemäßen Zusammenhang gestellt, sehr wohl wieder unsere religiösen Gefühle ansprechen. Eine solche Neu-Interpretation will Berthold Müller in der Ausstellung versuchen.
Hinweis:
Es ist vorgesehen, in den nächsten Jahren eine Ausstellung mit neuen Werken von Dr.Berthold Müller zu zu realisieren.